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Forschungsarbeiten auf Ausgleichsflächen

Welche Insekten siedeln sich auf begrünten Flachdächern an, die als Insekten-Kompensationsflächen angelegt wurden?

In Zusammenarbeit mit der AG Westfälischer Entomologen und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL, Biodiversität u Naturschutzbiologie) untersuchte Insect Respect 2016 die Entwicklung der Schweizer Ausgleichsfläche in Gais.

Insbesondere im Hinblick auf die Besiedlung durch Insekten und andere Arthropoden wurde die Fläche untersucht. Dabei interessierte insbesondere, welche Arten bereits nach dem ersten Jahr der Erstellung das Dach besiedeln und ob Rote Listearten vorkommen. Entdeckt wurde u.a. bereits die potenziell gefährdete Art Apatura iris (Grosser Schillerfalter).

Die mit den Fallen abgefangenen Arthropoden werden derzeit von einem Spezialistenteam bestimmt. Sobald erste Resultate vorliegen, werden diese hier publiziert.

Das Dokument "Insektenuntersuchung 2016 Gais" erläutert Methode und bisherige Resultate der Forschung.

Forschungsprojekt «Insektenschlag durch Autos»

Wie viele Insekten kommen an einer Windschutzscheibe ums Leben? Im Auftrag von INSECT RESPECT® hat ein Schweizer Ökologiebüro diese Frage erforscht. Das Resultat: Die Zahl der Verkehrsopfer, an die niemand denkt, ist gravierend. Pro 100 gefahrene Kilometer wurden über 4000 Insekten getötet. Mit einem Ausgleichsmodell soll der Insektenschlag durch fahrende Autos in Zukunft neutralisiert werden.

Das Bild ist jedem Autofahrer bestens bekannt: Vor allem im Sommer wimmelt es auf Windschutzscheibe, Nummernschild, Kühlergrill und anderen Frontteilen von getöteten Insekten. Um die Öffentlichkeit auf den Verlust für das Ökosystem aufmerksam zu machen und sie für den Wert der Insekten zu sensibilisieren, hat INSECT RESPECT® das Schweizer Ökologiebüro ARNAL, Büro für Natur und Landschaft AG (Herisau) beauftragt, den Insektenschlag durch fahrende Autos zu messen.

Ein alter Käfer als Insektenforscher

Die Resultate geben zu denken: Auf etwas mehr als 300 gefahrenen Kilometern wurden 11’800 Insekten getötet – im Schnitt alle 27 Meter oder pro Sekunde ein Insekt (die Werte können je nach Region, Jahreszeit und Wetter stark variieren). Fransen- und Hautflügler, Fliegen, Mücken, Milben, Käfer, Blattläuse, Wanzen und eine Spinne waren unter den Opfern.

Die Testfahrten im September 2013 fanden auf einem Autobahnabschnitt in der Ostschweiz statt, bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 100 km/h. Als Messfahrzeug diente, passend zum Thema, ein VW Käfer, der auf Frontscheibe und Nummernschild mit Klebefolien bestückt war.

Ausgleich nach dem Vorbild ökoneutraler Biozide

Dass Insekten durch fahrende Autos getötet werden, ist nicht vermeidbar. Mit INSECT RESPECT® ist in Zukunft aber immerhin der Verlust kompensierbar. Nach dem Prinzip der ökoneutralen Biozide sollen zu diesem Zweck insektenfreundliche Ausgleichsflächen geschaffen werden, mit welchen der von Menschen verursachte Eingriff in den Insektenbestand neutralisiert wird. Eine mögliche Anwendung im Strassenverkehr könnte so aussehen: Automobilisten erwerben für die pro Jahr gefahrenen Kilometer freiwillig eine «Ausgleichsvignette» und bringen diese an ihrem Fahrzeug an.

Nächster Halt – die Forschung geht weiter

In einem weiteren Schritt plant INSECT RESPECT®, einen Test mit einer Lokomotive durchzuführen. Da Bahnstrecken tiefer in die Natur integriert sind als Autobahnen, rechnen die Forscher hier mit einem noch höheren Insektenschlag.

Publikation: Warum jede Fliege zählt

Mit der Dokumentation über Wert und Bedrohung von Insekten beleuchtet Insect Respect Gründer Dr. Hans-Dietrich Reckhaus das ambivalente Verhältnis zwischen Menschen und Insekten: Empfinden wir die Tiere eher als nützlich oder schädlich? Welchen Platz nehmen sie in der Welt und für die Vielfalt der Arten und Ökosysteme (Biodiversität) ein? Wie wirken sich Klimawandel und Bevölkerungsentwicklung aus: Wird die Zahl der Insekten zunehmen oder abnehmen?

Der Geschäftsführer des traditionsreichen Biozid-Unternehmens Reckhaus beschäftigte sich drei Jahre lang intensiv mit Nutzen, Schaden und Entwicklung von Insekten. Die Ergebnisse fasst er in seinem neuen Buch „Warum jede Fliege zählt“ zusammen (ISBN 978-3-033-06082-1).

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