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Reckhaus & Co.

Forschungsprojekt «Insektenschlag durch Autos»

Wie viele Insekten kommen an einer Windschutzscheibe ums Leben? Im Auftrag von INSECT RESPECT® hat ein Schweizer Ökologiebüro diese Frage erforscht. Das Resultat: Die Zahl der Verkehrsopfer, an die niemand denkt, ist gravierend. Pro 100 gefahrene Kilometer wurden über 4000 Insekten getötet. Mit einem Ausgleichsmodell soll der Insektenschlag durch fahrende Autos in Zukunft neutralisiert werden.

Das Bild ist jedem Autofahrer bestens bekannt: Vor allem im Sommer wimmelt es auf Windschutzscheibe, Nummernschild, Kühlergrill und anderen Frontteilen von getöteten Insekten. Um die Öffentlichkeit auf den Verlust für das Ökosystem aufmerksam zu machen und sie für den Wert der Insekten zu sensibilisieren, hat INSECT RESPECT® das Schweizer Ökologiebüro ARNAL, Büro für Natur und Landschaft AG (Herisau) beauftragt, den Insektenschlag durch fahrende Autos zu messen.

Ein alter Käfer als Insektenforscher

Die Resultate geben zu denken: Auf etwas mehr als 300 gefahrenen Kilometern wurden 11’800 Insekten getötet – im Schnitt alle 27 Meter oder pro Sekunde ein Insekt (die Werte können je nach Region, Jahreszeit und Wetter stark variieren). Fransen- und Hautflügler, Fliegen, Mücken, Milben, Käfer, Blattläuse, Wanzen und eine Spinne waren unter den Opfern.

Die Testfahrten im September 2013 fanden auf einem Autobahnabschnitt in der Ostschweiz statt, bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 100 km/h. Als Messfahrzeug diente, passend zum Thema, ein VW Käfer, der auf Frontscheibe und Nummernschild mit Klebefolien bestückt war.

Ausgleich nach dem Vorbild ökoneutraler Biozide

Dass Insekten durch fahrende Autos getötet werden, ist nicht vermeidbar. Mit INSECT RESPECT® ist in Zukunft aber immerhin der Verlust kompensierbar. Nach dem Prinzip der ökoneutralen Biozide sollen zu diesem Zweck insektenfreundliche Ausgleichsflächen geschaffen werden, mit welchen der von Menschen verursachte Eingriff in den Insektenbestand neutralisiert wird. Eine mögliche Anwendung im Strassenverkehr könnte so aussehen: Automobilisten erwerben für die pro Jahr gefahrenen Kilometer freiwillig eine «Ausgleichsvignette» und bringen diese an ihrem Fahrzeug an.

Nächster Halt – die Forschung geht weiter

In einem weiteren Schritt plant INSECT RESPECT®, einen Test mit einer Lokomotive durchzuführen. Da Bahnstrecken tiefer in die Natur integriert sind als Autobahnen, rechnen die Forscher hier mit einem noch höheren Insektenschlag.