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Insect Respect Partner-Flächen

RITTER SPORT

Herrmann Kräuter

ÖKOPROFIT-Klub OWL

RITTER SPORT

Im Projekt „RITTER SPORT hilft!“ haben Auszubildende des Schokoladenherstellers nach der Beratung von Insect Respect eine Grünfläche als Biotop mit Lebensräumen für verschiedene Tier- und Pflanzenarten geschaffen.

Dabei entstanden ein „Lebendiges Quadrat“, Feuchtwiesen, Totholzhaufen, und Wildstaudenbeete. Insect Respect und der NABU unterstützten das Projekt.

Das Azubi-Projekt „RITTER SPORT hilft!“ ist eine jährlich bei RITTER SPORT stattfindende Aktion der Auszubildenden und Studierenden, in der sie sich für Themen der Nachhaltigkeit im Sinne des Unternehmensleitbilds engagieren. Sie sind für das komplette Projekt selbst verantwortlich, von der Konzeption und Planung bis zur konkreten Umsetzung. 2018 haben sich die Jugendlichen für ein ökologisches Projekt entschieden. Auf einer Grünfläche auf dem Firmengelände haben sie ein Biotop mit Lebensräumen für verschiedene Tier- und Pflanzenarten geschaffen. Ziel dieser Aktion ist es, zum Schutz der Biodiversität beizutragen und die Artenvielfalt vor Ort zu erhöhen.

In Zusammenarbeit mit Herrn Markus Pagel (NABU Bezirk Gäu-Nordschwarzwald) und Herrn Dr. Philipp Unterweger (Insect Respect) hat das Team von Ritter Sport die Flächen für verschiedene Tier- und Pflanzengruppen optimiert. Die Projektflächen fördern das Verständnis für Insekten und ökologische Zusammenhänge. Die Schaffung von Lebensraum für Insekten ist ein aktiver Beitrag gegen das Insektensterben. Durch die Einrichtung verschiedener Lebensräume, die ökologische Aufwertung der Flächenpflege und die Integration eines Lehrpfads wird ein ganzheitlicher Aspekt der Natur- und Umwelterfahrung angestrebt.

Lebendiges Quadrat im Mittelpunkt

Das optische und ökologische Highlight im Projekt ist ein „Lebendiges Quadrat“. Darin finden unterschiedlichste Lebewesen Unterschlupf, u.a. verschiedene Wildbienen- und Insektenarten, Mäuse, Spinnen und Igel. Die unterschiedlichen Baumaterialien sind auf die Bedürfnisse der Bewohner bzw. Besucher abgestimmt.

Die fleissigen Azubis verwendeten dafür u.a. 12.000 Niströhrchen und 68 Paletten und bohrten 400 Löcher in Hartholzblöcke. Außerdem besteht das „lebendige Quadrat“ aus Ziegelsteinen, Bambusröhrchen, Stroh und Tannenzapfen. Vorrangig wird es von den Lebewesen als Übernachtungsmöglichkeit genutzt, manche Arten nutzen den für sie geschaffenen Lebensraum für bis zu zwei Jahre. Dieser dient auch als Schutz vor Fressfeinden oder der Witterung. Speziell die Niströhrchen und Löcher in den Hartholzblöcken bieten Platz für solitär lebende Wildbienenarten. Diese sind für den Menschen ungefährlich, da der Stachel die menschliche Haut nicht durchdringen kann.

Doch nicht nur geeignete Nistmöglichkeiten, sondern auch ein reichhaltiges Nahrungsangebot sind entscheidend. Verschiedene botanische und geologische Maßnahmen haben die Flächen aufgewertet. Die bereits bestehende Feuchtwiese erhielt einen Mähplan, der eine langfristige und nachhaltige Entwicklung der Fläche gewährleistet. Die Auszubildenden pflanzten Initialstauen auf und am Rande der Fläche. Zusätzlich kamen heimische, blütenreiche- und beerentragende Sträucher hinzu.

Stauden für wiederkehrende Blüten

Die Grünfläche wurde durch Gehölze sowie 20 Wildstaudenarten in mehreren Exemplaren, die sich in der Fläche ausbreiten sollen, bereichert. Die Fläche wird nur einmal jährlich gemäht. Eine Staude ist eine Blütenpflanze, die nach einer Vegetationsperiode oberflächlich abstirbt, im nächsten Jahr jedoch aus derselben Wurzel erneut aufblüht. Da zu einer umfangreichen Vegetation eine große Anzahl diverser Pflanzen notwendig ist, wurden beispielsweise mehrere Exemplare der Schwanenblume (Butomus umbellatus), der Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) und des gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succisa pratensis) in die Feuchtwiese gesetzt. Diese Pflanzen sollen das Nahrungsangebot für die Lebewesen der Feuchtwiese erhöhen und dazu beitragen, dass das „lebendige Quadrat“ von den verschiedensten Arten bewohnt wird.

Feuchtwiesen: Selten, aber artenreich

Das besondere Merkmal von Feuchtwiesen ist der sehr hohe, teilweise stark über das Jahr schwankende Grundwasserspiegel. Mindestens einmal im Jahr stehen sie vollständig unter Wasser. Feuchtwiesen beherbergen eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten, die an diesen Lebensraum angepasst sind.

Totholz: Lebendiger als man denkt

Totholz zählt zu den lebendigsten Lebensräumen. Durch abgestorbene Baumstämme bietet der Lebensraum Nahrung, Verstecke oder Baumaterial für verschiedenste Tiere. Viele Lebewesen, die auf Totholz angewiesen sind, stehen auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Spinnen, Igeln, Mäusen und Insekten bietet der Lebensraum Totholz ein Zuhause.

Nisthilfen und Überwinterungsmöglichkeiten

Um die Tierwelt zu fördern, hängten die Ritter Sport Azubis Nisthilfen für Vögel (Kleinmeisen, Grossmeisen, Staren und Eulen) sowie für Fledermäuse und für Wildbienen auf. Ein Totholzhaufen mit verschiedenen Holzarten bietet ganz verschiedenen Tieren einen Lebensraum.

Eine Saumstruktur sorgt für Lebensraum zu allen Jahreszeiten: Ein Bereich der Grünfläche ist als Überwinterungssaum gekennzeichnet. Hier können Insekten in Stängeln, Blütenköpfen, Horsten und Blättern überwintern.

Zu den verschiedenen Elementen gibt es Informationstafeln.

Diese Informationen stehen Ihnen auch zum Download zur Verfügung. [Download pdf]

Herrmann Kräuter schafft 9.000 qm speziell für Insekten

Gemeinsam mit Insect Respect setzt sich Herrmann Kräuter gegen das Insektensterben ein. Auf fünf Flächen mit insgesamt knapp 9.000 m² sind insektenfreundliche Lebensräume entstanden.

Das Familienunternehmen Herrmann Kräuter in Neuss versorgt seine Kunden mit frischen Kräutern, die im Topf, als Bund oder nach Wunsch auch abgepackt Gerichte bereichern. Als die Herrmanns von Insect Respect hörten, waren sie sofort begeistert. Das Zeichen für einen neuen Umgang mit Insekten fördert das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert und Rückgang der Tiere und legt gezielt Biotope für unsere Helfer mit den sechs Beinen an. Sofort war klar, dass grossflächig Lebensräume auf dem Firmengelände von Herrmann Kräuter entstehen sollen.

An den Standorten „Am Weg“, „Pumpe“ und „Schrebergärten“ (je ca. 1.500m²) legte Herrmann Kräuter im Frühjahr 2018 einen insektenfreundlichen Feuchtstandort mit heimischen Feuchtlandpflanzen zur Optimierung der Insektenvielfalt, ökologischen Funktionalität und zur Verbesserung der Bodenentwässerung an. Die Standorte wurden für den Wasserbedarf von heimischen Insekten optimiert. Spezielle regionale Pflanzen (Feuchtwiesenmischung, Schmetterlings- und Wildbienensaum) bieten Insekten vielfältige Nahrungsquellen. Strukturelemente wie Totholzhaufen, Stein-elemente, Anhügelungen und sorgen für Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten. Ein Pflegeplan sorgt dafür, dass die Insekten optimale Lebensbedingungen vorfinden, aber möglichst wenig gestört werden (1-2 Mal Mähen pro Jahr).

Am Damm um das Feld auf dem Betriebsgelände (400m Damm lang, 2m hoch) wurde ein Saatbett bereitet. Hier säte das Unternehmen die Mischung „Schmetterlings- und Wildbienensaum“ aus, die speziell in Neuss wächst. Heimische ungefüllte Rosen und andere wertvolle Gehölze werden als Büsche in den Randbereichen oder an schlecht mähbaren Stellen gepflanzt.

Am Hang vor dem Büro bzw. im Rückhaltegraben (150m lang, 1,5m hoch) wurden junge Stauden gepflanzt, sowie eine Feldblumenmischung als einjährige Untersaat ausgebracht.

Jeder kann „Insect Respect“ zeigen!

INSECT RESPECT® fördert Produkte und Projekte, die für Bewusstsein sorgen und schafft Flächen speziell für Insekten. Interessierte finden hier zahlreiche Informationen über die Tiere: z.B. über 100 Insektenbestimmungsblätter, ein Glossar zu Insektenbekämpfung und ökologischen Alternativen, das Buch „Warum jede Fliege zählt“, einen Animationsfilm über die „Kleinen Riesen“ und eine kostenfreie Übersicht „Maßnahmen, um Insekten zu fördern“.

 

Werden auch Sie aktiv!
Machen Sie Ihre Brachflächen zu Blühflächen – Insect Respect unterstützt Sie dabei.
kontakt@insect-respect.org





Herrmann Kräuter bereitet den Boden auf die insektenfreundliche Umgestaltung vor.


Am Damm auf dem Betriebsgelände in Neuss sorgt die heimische Mischung „Schmetterlings- und Wildbienensaum“ bald für viel Insektenfutter.


So sehen insektenfreundliche Lebensräume von Insect Respect in der Blüte aus.


Auf einer voll entwickelten Insect Respect Fläche finden verschiedenste Insekten Futter- und Versteckmöglichkeiten.

ÖKOPROFIT-Klub OWL

15 Unternehmen aus dem seit 2004 bestehenden ÖKOPROFIT-Klub OWL nutzen ihre langjährige Kooperation nun zum Schutz unserer heimischen Insekten.

Zum ÖKOPROFIT- Klub gehören derzeit 27 Unternehmen und Einrichtungen aus Bielefeld, Gütersloh, Herford und dem Kreis Paderborn und deren Umlandgemeinden. Im Mai 2018 lud der ÖKOPROFIT- Klub den Bielefelder Unternehmer und Insektenfreund Dr. Hans-Dietrich Reckhaus zu einem Vortrag ein, um sich über das dramatische Insektensterben aus erster Hand zu informieren. Hans- Dietrich Reckhaus, der selbst Insektizide herstellt, sieht sich in der Verantwortung, Ausgleichsflächen für Insekten zu schaffen und zu erhalten.

Lebensräume für Sechsbeiner schaffen

Nur mit ausreichend Lebensräumen, so Dr. Reckhaus, können Insekten die für den Menschen so wichtigen Funktionen und Aufgaben leisten. Hierzu zählen z.B. die Bestäubung von Pflanzen, der Abbau von Exkrementen oder Nahrungsquelle für Vögel und andere Tiere. Der dramatische Rückgang der Insekten um mehr als 75 % in den letzten drei Jahrzehnten ruft nun auch die ÖKOPROFIT-Betriebe aus OWL auf den Plan. Diese möchten Dr. Reckhaus in seinen Schutzbemühungen unterstützen und stellen über 60.000 m2 betriebseigene Flächen zur Verfügung. Hierbei werden diese Flächen mithilfe der Fa. Reckhaus begutachtet und zu neuen Lebensräumen entwickelt. Zu den Maßnahmen gehören u.a. abgestimmte Mahdtermine, die Anlage von Totholz- und Steinhaufen, ggf. Nachsaat insektenfreundlicher Pflanzen und natürlich der Verzicht auf Gift auf diesen Flächen.

Die Natur mal machen lassen

So sollen sich schon nach kurzer Zeit eher leblose Betriebsflächen in neue Lebensräume für Insekten verwandeln. „Man muss die Natur nur machen lassen, dann entstehen geeignete Lebensräume für Insekten, z.B. Schmetterlinge, wie von alleine, wir können da nur begleitend unterstützen“, so Dr. Philipp Unterweger, der leitende Biologe der Fa. Reckhaus, der alle beteiligten Unternehmen besucht und die Flächen besichtigt. Danach erhalten die Betriebe Hinweise für zukünftige Pflegemaßnahmen auf ihren Flächen.

Rückzugsräume für Insekten

Eines der ersten besuchten Unternehmen ist die B.A.U.M. Consult in Hamm. Hier hat die Firma des Mitinitiators und Betreuers des ÖKOPROFIT-Klubs OWL, Elmar Stevens, selbst 1.500 m2 zur Verfügung gestellt. Nun sollen auf der Fläche Totholzbereiche, ein Steinhaufen, ein Insektenhotel und ein Hummelkasten aufgestellt werden. Zudem wird die Fläche nun nach den Vorgaben des Biologen jährlich 1- bis 2-mal gemäht, wobei spezielle Bereiche jeweils ausgespart werden, damit die Insekten wichtige Rückzugsräume erhalten. Wichtig sei, das gemähte Gras aus den Flächen zu entfernen, so Dr. Unterweger.

Folgende Betriebe des ÖKOPROFIT-Klub OWL haben Flächen zur Verfügung gestellt:

  1. B.A.U.M. Consult GmbH Hamm: 1.500 qm
  2. ÖKO- Zentrum NRW Hamm: 6.200 qm
  3. Upmann GmbH Rietberg: 1.500 qm
  4. DCP Digitaldruck und Profiltechnik GmbH Gütersloh: 3.500 qm
  5. Goldbeck Bauelemente GmbH Bielefeld: 10.000 qm
  6. Wöhler Technik GmbH Bad Wünnenberg: 500 qm
  7. Heggemann AG Büren: 700 qm
  8. Eisengießerei Baumgarte GmbH Bielefeld: 26.000 qm
  9. Halfar System GmbH Bielefeld: 2.500 qm
  10. Maas Naturwaren GmbH Gütersloh: 2.500 qm
  11. Noweda Arzneimittel AG Herford: 2.500 qm
  12. Ritex GmbH Bielefeld: 1.200 qm
  13. A. Pflüger GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück: 2.700 qm
  14. Kreis Paderborn: 1.200 qm
  15. Sonepar Deutschland, Region West GmbH Paderborn: 100 qm

Das Engagement der Unternehmen aus dem ÖKOPROFIT-Klub OWL soll zum Nachahmen ermuntern. Jeder Betrieb, jedes Unternehmen, jeder, der privat einen Garten hat, ist aufgerufen, seine Flächen insektenfreundlich zu bewirtschaften, damit es auch zukünftig brummt und summt! Eine der mit Insect Respect entstandenen Vorzeigeinitiativen ist die von Armin Halfar, Geschäftsführer der Fa. Halfar System GmbH aus Bielefeld. Er gründete mit anderen den Runden Tisch für Artenvielfalt Bielefeld, aus der nun die Initiative „Insect aid“ hervorging, unter deren Dach insektenfreundliche Betriebe in Bielefeld unterstützt werden sollen.